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(0) 00:00 Texttafeln des WDR

(1) 00:41 Min. - Zitat Abbas vor dem EU-Parlament (x)

(2) 02:18 Min. - Umgang mit aktueller Forschung - Wagner(x)

(3) 03:21 Min. - Einordnung christlicher Kultur

(4) 05:13 Min. - Zitat von Annette Groth, Menschenrechtsbeauftragte "Die Linke"

(5) 07:51 Min. - Einsatz von wissenschaftlichen Expertisen - Prof. Dr. Schwarz-Friesel (x)

(6) 12:55 Min. - Geschichtliche Einordnungen - Mufti Al-Husseini

(7) 14:52 Min. - Geschichtliche Einordnungen - PLO

(8) 14:52 Min. - Finanzierung Arafat-Mausoleum

(9) 19:54 Min. - Geschichtliche Einordnung - Linke und Nationalsozialismus (x)

(10) 22:56 Min. - Geschichtliche Einordnung - Anschläge auf Araber

(11) 27:59 Min. - Anmerkungen zur Nakba Ausstellung (x)

(12) 28:26 Min. - NGOs auf dem evangelischen Kirchentag

(13) 28:52 Min. - Zahlen politischer NGOs in Westbank und Gaza

(14) 29:21 Min. - Vorwürfe gegen EAPPI

(15) 31:03 Min. - Vorwürfe gegen Brot für die Welt und B'Tselem

(16) 33:14 Min. - EU-Gelder und NGOs

(17) 33:43 Min. - Prof. Steinberg und NGO Monitor (x)

(18) 34:09 Min. - Die Deutschen Medien und der Nahost-Konflikt

(19) 37:48 Min - Der Gaza-Paris-Vergleich (x)

(20) 38:05 Min. - Vorwurf gegen World Vision

(21) 45:02 Min. - Hamas und EU-Hilfen

(22) 45:58 Min. - UNRWA-Geld veruntreut?

(23) 48:30 Min. - Bedeins Vorwürfe gegen UNRWA

(24) 49:30 Min. - Einordnungen zu Interviewpartner - Prof. Eugene Kontorovich (x)

(25) 52:14 Min. - Einordnungen zu Interviewpartner - Marc Bensimhon (x)

59:15 Min. - Frage WDR zu Laurent

(26) 01:16:08 Std. - Der Anschlag auf das Bataclan

(27) 01:19:08 Std. - Angriff auf Synagogen

(28) 01:20:05 Std. - Der Pariser Vorort Sarcelles

(29) 01:20:32 Std. - Angriff auf Synagogen in Sarcelles

Differenzen Dokumentation WDR-Bild

Fundstellen in der Dokumentation


Beispiele einseitiger Berichterstattung

Interne Links

abbas.txt

1 - 00:41 Min. – Zitat Abbas vor dem EU-Parlament


Quelle: WDR

Filmtext:

Abbas vor dem EU-Parlament „Doch sobald diese Besatzung endet, werden die Ausreden verschwinden. Dann werden der Terrorismus, die Gewalt und der Extremismus auf der ganzen Welt und im Nahen Osten sowie in Europa und in anderen Erdteilen enden.

Darüber hinaus möchte ich noch sagen, dass vor nur einer Woche einige Rabbiner in Israel ihre Regierung aufgefordert haben, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine klare Anstiftung zum Massenmord am palästinensischen Volk?“ (O-Ton Mahmud Abbas, Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde)

Standing Ovations. Parlamentspräsident Schulz twittert danach: „Eine inspirierende Rede!“ Wie bitte? Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften, um deren Land zu rauben? Das ist eine der Ritualmordlegenden, die seit dem Mittelalter in Europa kursieren, um Juden zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden.

Zwei Tage später bezeichnet Abbas diese Lüge zwar als „unbegründet“, aber sie ist in der Welt – und in Millionen Köpfen.

Gesagt hat er auch: Wenn die Palästinenser zu ihrem Recht kommen, endet der Terror in der gesamten Welt.

Da war doch was. Das sind doch Zitate bekannter Menschen.

(Es folgt der Ausschnitt aus einer Rede Julius Streichers)

Anmerkung dazu:

Der Kommentartext fügt dem Zitat von Abbas weitere Inhalte hinzu: „Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften.“ Von „Brunnen“ spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von „Plänen“ der Rabbiner, das Wasser zu vergiften. Ebenso ist in den ausgestellten Zitaten keine Rede von „Landraub“.

Aus dieser Interpretation wird die Behauptung abgeleitet, die Rede Abbas stünde in einer Tradition, die den Juden seit dem Mittelalter vorwirft, Brunnen zu vergiften, um sie dadurch „zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden“.

Abbas spricht in seiner Rede, aus der die zuvor kommentierten Zitate isoliert wurden, zudem von dem Ziel einer friedlichen Koexistenz zweier Staaten Israel und Palästina.

Die ganze Rede finden Sie hier | mehr http://audiovisual.europarl.europa.eu/Package.aspx?id=46272

Deshalb ist der Vergleich von Mahmud Abbas mit Julius Streicher aus unserer Sicht unangemessen. Julius Streicher war Herausgeber des „Stürmer“, einem antisemitischen Hetzblatt, das die Propaganda Hitlers unterstützte. Von der „Lösung der Judenfrage“ sprach Abbas in seiner Rede nicht, erst recht nicht in dem Sinn, wie es Streicher tat.


Überprüfung Transkript

WDR:
„Aus dieser Interpretation wird die Behauptung abgeleitet, die Rede Abbas stünde in einer Tradition, die den Juden seit dem Mittelalter vorwirft, Brunnen zu vergiften, um sie dadurch zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden.“

Transkript:
„Aus dieser Interpretation wird die Behauptung abgeleitet, die Rede Abbas stünde in einer Tradition, die den Juden seit dem Mittelalter vorwirft, Brunnen zu vergiften, um sie dadurch zu vertreiben und zu ermorden.“

Die Bild-Fassung entspricht dem Transkript.


Audiatur online

Audiatur online schreibt hierzu unter https://www.audiatur-online.ch/2017/06/22/der-wdr-faktencheck-zur-antisemitismus-doku-im-faktencheck/

„Von „Brunnen“ spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von „Plänen“ der Rabbiner, das Wasser zu vergiften.

Abbas behauptet in der entsprechenden Rede, die im Film zitiert wird: „Darüber hinaus möchte ich noch sagen, dass vor nur einer Woche einige Rabbiner in Israel ihre Regierung aufgefordert haben, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten.“ Der Sender möchte hier also zwischen „Wasservergiftung“ und „Brunnenvergiftung“ unterscheiden, als ob ersteres nicht letzteres meinen würde.“


Friedensdemo-Watch

Friedensdemo-Watch schreibt hierzu unter http://friedensdemowatch.blogsport.eu/2017/06/22/faktencheck/

1. Der WDR behauptet, dass Abbas Behauptung, Rabbiner würden dazu aufrufen, das Wasser der Palästinenser zu vergiften, nicht antisemitisch sei. Abbas vor dem Europaparlament:

„Darüber hinaus möchte ich noch sagen, dass vor nur einer Woche einige Rabbiner in Israel ihre Regierung aufgefordert haben, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine klare Anstiftung zum Massenmord am palästinensischen Volk?“

Der Film brachte dies mit der antisemitischen Legende von den Brunnenvergiftern in Verbindung. Auch auf Wikipedia z.B. wird die Aussage von Abbas als modernes Beispiel dieser Legende aufgeführt. Laut WDR muss jedoch zwischen Wasservergiftung und Brunnenvergiftung unterschieden werden (ernsthaft!):

„Der Kommentartext fügt dem Zitat von Abbas weitere Inhalte hinzu: ‚Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften.‘
Von ‚Brunnen‘ spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von ‚Plänen‘ der Rabbiner, das Wasser zu vergiften.“


Beurteilung

Das Motiv

Das antisemitische Motiv der Brunnvergiftung [1] stammt aus dem Mittelalter. Darin wird den Juden vorgeworfen, absichtlich Brunnen zu vergiften, um Christen zu töten, mit anderen Worten, Massenmord zu begehen.
Dieses Motiv ist durch drei wesentliche Punkte charakterisiert:

  • Die Täter sind Juden.
  • Das Mittel ist eine Vergiftung des Trinkwassers.
  • Das Ziel ist Massenmord an den „anderen“.

Die Aussage von Mahmud Abbas vor dem Europäischen Parlament enthält alle drei Merkmale des Brunnenvergiftung-Motivs. Das Trinkwasser ist „unser Wasser“, für die Juden werden die Rabbiner genannt, und es ist die Rede von Massenmord. Damit ist die Verbindung zum Motiv eindeutig.

Prof. Schwarz Friesel

Die Antisemitimus-Expertin Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel schrieb in der Jüdischen Allgemeinen [2]:

„Feindschaft gegen Juden ist nicht nur bei AfD, Pegida & Co. oder im Internet anzutreffen. Das »Gerücht über die Juden« (Adorno) hat auch das Europäische Parlament erreicht. Dort beschwor Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Ende Juni das alte Stereotyp vom jüdischen Brunnenvergifter: »Bestimmte Rabbis in Israel haben ihre Regierung klar, sehr klar dazu aufgefordert, dass unser Wasser vergiftet werden sollte, um Palästinenser zu töten.« Das Parlament spendete begeistert Beifall, sein Präsident Martin Schulz nannte die Rede »inspirierend«.

Was, so muss man sich als jemand, der den Antisemitismus erforscht, fragen, ist an der Verbreitung von klassischen judeophoben Aussagen inspirierend? Dass transparent wird, wie unverhohlen und folgenlos das alte Ressentiment wieder artikuliert wird, wenn es auf Israel bezogen wird? Dass 70 Jahre nach Auschwitz kaum jemand sensibel auf solche Verbalantisemitismen reagiert?

[…]

Dass nun eines der ältesten und widerwärtigsten Stereotype im Europäischen Parlament eingebracht wird und es außerhalb Israels keinen massiven Protest, keine entsetzte Kritik gibt, zeigt, wie normal, wie habitualisiert und wie akzeptiert antisemitisches Gedankengut in unserer Gesellschaft wieder ist.“

Silke Tempel

Die Politotologin Silke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“, schätzt das Abbas-Zitat wie folgt ein [6]:

„Mahmud Abbas tritt vor das Europäische Parlament und behauptet in der Tat, einige Rabbiner hätten dazu aufgerufen, das Wasser zu vergiften. Das ist eigentlich ein Skandalon. Es ist auch ein Skandalon, dass er auch für eine Rede, die das enthält, Standing Ovations bekommt. Das kann man hinterfragen, aber dann hätte ich es hilfreicher gefunden, wenn man fragen würde: Warum ist es ein antisemitisches Motiv, dass Antisemiten immer wieder dieses Brunnenvergiften benutzen? Man hätte sagen können: Natürlich gibt es auch rechtsradikale Rabbiner in Israel, die schreckliche Dinge tun, die im Übrigen nach wie vor, Gott sei Dank, eine Minderheit sind. Aber dieses Motiv des Brunnenvergiftens ist ein uraltes antisemitisches Motiv und das kann man darstellen, ohne dass man gleichzeitig die Brücke zu Julius Streicher schlagen muss. Das steht für sich. Das ist im Übrigen auch ein antisemitisches Motiv, das weit älter ist - das geht bis ins Mittelalter zurück: der Jude als Brunnenvergifter, der Hinterhältige, der Nicht-Juden an den Kragen will usw.. Das hätte man anders erklären können.“

Wolfgang Benz

Zur Einschätzung des Abbas-Zitates sagt Wolfgang Benz im Interview mit Benedikt Herber in der Süddeutschen Zeitung [7]:

B.H.: „Die Dokumentation beginnt mit einer Rede von Mahmud Abbas, dem Palästinenserpräsidenten vor dem Europäischen Parlament. Vor vollversammeltem Plenum behauptet er, Rabbis in Israel hätten gefordert, das Wasser der Palästinenser zu vergiften. Trotzdem applaudieren die Abgeordneten am Ende.

Wolfgang Benz: Diese gefährliche Assoziation war ja genau beabsichtigt: Die Juden vergiften Brunnen - das gehört zu den ältesten antijudaistischen Stereotypen.“

Deirdre Berger

Deirdre Berger, Direktorin des American Jewish Committee (AJC) Berlin Office, im Interview mit Caroline Fetscher im Tagesspiegel hierzu [8]:

„C.F.: Frau Berger, Sie beanstanden am Umgang der ARD mit der Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt. Der Hass auf Juden in Europa“ , dass der zur Ausstrahlung eingeblendete „Faktencheck“ selber zahlreiche Fehler und Stereotypen enthält. Welche zum Beispiel?

Deirdre Berger: Der „Faktencheck“ ist durchweg tendenziös. Sehen Sie sich etwa den Abschnitt über die Rede des palästinensischen Präsidenten Abbas im EU-Parlament an, wo er behauptet, dass Rabbiner beschlossen hätten, das Wasser der Palästinenser zu vergiften, um sie zu töten. Das ist nichts anderes als der uralte antisemitische Stereotyp des Juden als Brunnenvergifter. Der WDR schreibt in seinem „Faktencheck“, dass der Hinweis der Filmemacher auf dieses antisemitische Stereotyp nicht zulässig sei, da Abbas nicht von Brunnen, sondern von Wasser spricht.

C.F.: Was schließen Sie daraus?

Deirdre Berger: Das ist nichts anderes als eine Verharmlosung von Antisemitismus…“

Entstehungsgeschichte des Zitats

Abbas hat freilich die im europäischen Parlament vorgetragene Behauptung nicht erfunden. Zur Entstehungsgeschichte schildert der Journalist Alex Feuerherdt [3]:

„So behauptete beispielsweise Yehuda Shaul, einer der führenden Köpfe von BtS 1), dass Siedler das Trinkwasser einer palästinensischen Ortschaft im Westjordanland mit Kadavern von Hühnern vergiftet hätten, weshalb die Bevölkerung für mehrere Jahre evakuiert worden sei und erst kürzlich habe zurückkehren können. An der Geschichte stimmt nachweislich nichts, was arabische und palästinensische Medien allerdings nicht davon abhielt, sie aufzugreifen und zu verbreiteten. Das palästinensische Außenministerium entwickelte sie sogar weiter und behauptete im Juni dieses Jahres in einem Kommuniqué, es gebe einen Rabbi namens Shlomo Melamed, der dem Rat der Rabbiner im Westjordanland vorstehe und den Siedlern die Erlaubnis gegeben habe, das palästinensische Trinkwasser zu vergiften.

Das wiederum nahm Mahmud Abbas zum Anlass, zu sagen: »Bestimmte Rabbis in Israel haben ihre Regierung sehr klar dazu aufgefordert, unser Wasser zu vergiften, um Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine eindeutige Anstiftung zum Massenmord gegen das palästinensische Volk?« Diese Sätze – mit denen er die alte antisemitische Legende von den brunnenvergiftenden Juden wiederkäute – sprach der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Ende Juni vor dem Europäischen Parlament. Dafür erntete er von den Abgeordneten nicht etwa deutliche Kritik, sondern im Gegenteil viel Applaus.“

Yakov Hadas-Handelsman zur Entstehungsgeschichte

Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman schrieb zu dem Vorfall im Tagessspiegel [4]:

„Was Abbas vor den Abgeordneten behauptete, wurde auch von offiziellen Stellen der palästinensischen Autonomiebehörde bereitwillig verbreitet. Die Lüge stand auf Nachrichtenseiten und sickerte in die Untiefen der Sozialen Medien. Dort hat sich das Schauermärchen weiterverbreitet und festgesetzt. Genau das sollte es. Es ist eine falsche Behauptung, die in die richtigen Ohren gelangen sollte. Zwar dauerte es nach der Rede in Brüssel nur einen Tag ehe klar war, dass es weder diese vermeintlichen Rabbiner noch einen solchen Aufruf an die israelische Regierung gibt. Die Behauptung war so falsch, dass sogar Präsident Abbas auf umständliche Weise erklären musste, er habe all das gar nicht so gemeint. Öffentlich im Parlament hat er sich nicht zu dieser Unwahrheit bekannt.“

Abbas-Streicher-Vergleich

Zum Vergleich von Abbas Brunnenvergifter-Behauptung mit Julius Streicher ließe sich vielleicht einwenden, dass Streicher in seinem antisemitischen Wahn sicher stolz auf die Anzahl von sechs Millionen ermordeter Juden wäre, Abbas jedoch nicht, denn er schrieb in seiner Dissertation [5]:

„Die Wahrheit ist, dass niemand diese Zahl bestätigen oder widerlegen kann. Mit anderen Worten: Es ist möglich, dass die Zahl jüdischer Opfer sechs Millionen erreichte, aber gleichzeitig ist es möglich, dass die Zahl viel geringer ist – weniger als eine Million. Es scheint, dass es das Interesse der zionistischen Bewegung ist, diese Zahl aufzublähen, damit ihre Gewinne größer sein werden.“

Abbas hat sich später von seiner Dissertation distanziert [5]:

„Der Holocaust war ein schreckliches, nicht zu vergebendes Verbrechen gegen die Jüdische Nation, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das von keinem Menschen akzeptiert werden kann“.

Dies hielt ihn aber nicht davon ab, im europäischen Parlament gleich zwei antisemitische Motive zu formulieren: die Behauptung, die Juden seien am gesamten Elend der Welt schuld, und die Brunnenvergiftung.

Fazit

Fazit: Der WDR bestreitet den antisemitischen Gehalt der Abbas-Äußerung zur Trinkwasservergiftung, die auf dem Motiv der jüdischen Brunnenvergiftung beruht und macht sich damit der Verharmlosung antisemitischer Äußerungen schuldig. Die vom WDR zitierten Worte aus dem Off sind notwendig, um dem weniger kundigen Zuschauer die Analogie zwischen der Abbas-Behauptung und der Legende von der Brunnenvergiftung zu verdeutlichen. Das Mittel der Analogie wird im Fernsehen häufiger eingesetzt. Der Hinweis des WDR, Abbas hätte eine Rede zur friedlichen Koexistenz gehalten, aus der die Zitate „isoliert“ wurden, ist nicht stichhaltig, da die Zitate auch innerhalb der Rede isoliert standen. Es war eben keine Rede über Brunnenvergiftung, sondern eine, in der Abbas zwei antisemitische Behauptungen eingestreut hat. Offenkundig hat das WDR keine Kenntnis von der Funktionsweise von Propaganda, hier zum Zweck der Delegitimierung des Staates Israel. Die Einblendung der Rede von Julius Streicher verdeutlicht die Kontinuität antisemitischer Vorurteile und die Konsequenzen, die aus ihnen entstehen können.
Darüber hinaus zitiert der WDR die Szene falsch, indem er dem Text in der Dokumentation „zu enteignen“ hinzufügt, und verletzt damit journalistische Standards.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Brunnenvergiftung
[2] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25972/highlight/schulz
[3] https://lizaswelt.net/2016/08/03/breaking-the-silence-propaganda-statt-aufklaerung/
[4] http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-rede-von-palaestinenserpraesident-abbas-applaus-fuer-antisemitismus/13840376.html
[5] http://cicero.de/weltb%C3%BChne/wer-ist-abbas-wirklich/36947
[6] http://www.ndr.de/kultur/Sylke-Tempel-ueber-die-Doku-Auserwaehlt-und-Ausgegrenzt,journal890.html
[7] www.sueddeutsche.de/politik/verschwoerungstheorien-der-islamische-antisemitismus-ist-einimport-aus-europa-1.3558828
[8] http://www.tagesspiegel.de/medien/deirdre-berger-ueber-die-antisemitismus-doku-das-ist-eine-verharmlosung-von-antisemitismus/19978250.html


Kommunikation mit Prof. Dr. Schwarz-Friesel am 25.06.2017

Anfrage

[…]

Könnten Sie mir bitte dazu folgende Frage beantworten:
3) Ist aus Ihrer Sicht die Deutung in der Dokumentation, dass Hr. Abbas eindeutig auf das Motiv der jüdischen Brunnenvergifter Bezug nimmt, zutreffend oder nicht?

[…]

Antwort

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/25972

Hinweis des Verfassers: Auszüge aus dem Artikel siehe oben


1)
Breaking the Silence, israelische NGO
abbas.txt.txt · Zuletzt geändert: 2017/08/05 17:57 von engineer